die Hauptstadt Armeniens liegt im Ararat Tal 900 bis 1300 m über dem Meeresspiegel. Jerewan wurde 782 v. u. Z. gegründet, als der Zar Agirtis des Urartäuschen Staates die Festung und die Stadt Erebuni bauen liess, die jetzt die Altstadt bilden. Im Jahr 2000 begeht Jerewan den 2782 Jahrestag seiner Gründung.
Unvergleichbar und voller Eigenart ist das Erscheinungsbild der armenischen Hauptstadt. Beeindruckend wirkt die bunte Farbpalette der aus Tuff, Trachyt und Basal der unterschiedlichsten Farbnuancen erbauten Häuser, sie reicht von Rosa über Rot - Braun bis hin zu Schwarzschattierungen. Zum Stadtbild gehören viele interessante Werke der Baukunst, Skulpturen und zahlreiche Fontänen.
Eine hervorragende Stellung unter den Sehenswürdigkeiten Erewans hat Matanadaran, eine dar bedeutendsten Aufbewahrungsstätten alter Manuskripte der Welt. Die über 1100 Einzelexemplare zählenden Matenadaran - Manuskripte enthalten Informationen zu Geschichte, Wissenschaft und Kultur nicht nur Armeniens, sondern auch der Völker des Mittleren und Nahen Ostens, Griechenlands und Roms. Die Manuskripte zeugen von dem unglaublich hohen Preis, den das armenische Volk, dessen Heimat verheerenden Überfällen verschiedener Eroberer wiederholt ausgesetzt war, für seine Freiheit und das blosse Überleben zu zahlen hatte.
Ein bedeutendes Kunstmuseum ist die Staatliche Gemäldegalerie in Erewan mit Werken armenischer, russischer und westeuropäischer Künstler.
Empfehlenswert sind Besuche des unter Denkmalschutz stehenden archäologischen Freilandmuseums, Festung Erebuni; des Museums für Literatur und Kunst, des Museums Martiros Sarijan, eines berühmten Malers Armeniens.
Schon immer ist Armeniens Theaterkunst berühmt gewesen. Die bedeutendsten sind Opern- und Balletttheater A. Spendiarows, sowie das Schauspielhaus G. Sundukians. Bezeichnenderweise geben in Armenien viele Eltern ihren Kindern Namen der Helden shakespearescher Dramen.
Erewan ist das bedeutendste Industriezentrum des Landes mit Betrieben der chemischen, elektrotechnischen und Maschinenbauindustrie. Weltberühmt sind die armenischen Weine und Kognaksorten.
Ausflüge in die Umgebung der Stadt
Eine solcher Fahrten geht nach Etschmiadsin, dem Zentrum der armenischgrigorianischen Kirche. Heute noch übt ihre Funktion die im Jahr 303 erbaute Kathedrale aus, in deren Museum ein Speer aufbewahrt wird, mit dem, laut Überlieferung, ein römischer Legionär den Körper Jesus Christus durchbohrt haben soll. Von dem hohen architektonischen und bautechnischen Können der armenischen Baumeister zeugen auch die Etschmiadsiner Kirchen Ripsime und Gajane. In unmittelbarer Nähe von Etschmiadsin befinden sich die Ruinen der einst majestätischen Swartnoz - Kathedrale. (7. Jh.). Im 2. Jh. v. u. Z. entstand 30 km von Erewan entfernt die Festung Garni, Residenz der armenischen Herrscher. Von der Festung selbst ist kaum etwas erhalten geblieben, aber in ihrer ganzen Pracht präsentiert sich die unlängst restaurierte Kirche aus blau - schwarzem Basalt. Die Kirche von Garni ist ein hervorragendes Denkmal der antiken armenischen Kultur. Sehenswert ist das in einer malerischen Schlucht gelegene Höhlenkloster Gegard, geschaffen von armenischen Steinhauern und Baumeistern. In massivem Felsgestein gehauen, entstanden Kirchen, Klosterzellen, Grabgewölbe und die unikalen Chatschkari - Kreuze. In Notzeiten wurde das Kloster für die Einheimischen zur Festung, die sie vor den Eindringlingen schützte. Zu den malerischsten Gegenden Armeniens gehört Zachkadsor; dort befindet sich Ketscliaris, ein unikales Bauensemble des 11. - 13. Jh. Der Aufenthalt am Sewan - See, einem der grössten Hochgebirgsseen der Welt (ca. 2000 m ü. d. Meeresspiegel ), ist für jeden Reisenden reizvoll. Auf dem Gebiet Armeniens befinden sich zwei berühmte balneologische Kurorte: Dilishan und Arsni. In der Umgebung Dilishans gibt es mehrere interessante historische Baudenkmäler, unter denen das Kloster Agarz besonders hervorzuheben ist.