ist die zweitgrösste Stadt Russlands. Die Stadt liegt im Nord - Westen Russlands an der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen. Seit eh und je war es für Russland der Zugang zur Ostsee und Grundlage des Handelsweges, der den Westen mit dem Osten verband. Jahrhunderte dauerte der Krieg um die Newa Ufer, wo der berühmte Handelsweg "von den Warägen zu den Griechen" im 8. und 9. Jh. führte. 1617 verlor Russland das für sie wichtige Gebiet an die Schweden. 1700 begann Peter 1. den Nordischen Krieg gegen Schweden um den Zugang zur Ostsee und 1703 wurde die Newa von der Quelle bis zu Mündung an Russland zurückerobert. Das berühmte "Fenster nach Europa" war aufgestossen.
1703 zu Schutz der Newa - Ufer gegen feindlichen Angriffen wurde auf der Insel Sajatschi (Haseninsel) die Peter- und Paul - Festung gegründet. Für die Deckung vom Meer errichtete man auf der Insel Kotlin die Festung Kronstadt.
1703 gilt als Geburtstag St. Petersburg.
Unter dem Schutz der Festung begann man mit dem Bau der Stadt. Der Bau wurde von dem Peter 1. persönlich geleitet und mit einem hohen Tempo vorangetrieben. Tausende Arbeiter wurden nach St. Petersburg gebracht. In den Wäldern wurden Schneisen, die künftigen Strassen, geschlagen. Die sumpfigen Ufer wurden trockengelegt, tiefe Gräben ausgehoben, aus denen die berühmten Kanäle wurden. Peterhof 1712 wurde St. Petersburg zu Hauptstadt Russlands. Die Stadt entwickelte sich zu einem grossem Industrie- und Seehandelszentrum im Land.
Die besten Baumeister und Künstler Europas und Russlands schufen hier seine Meisterwerke.
In St. Petersburg gründete man die Seeakademie, Universität, Bergbau- und Technologische Hochschule und viele andere Bildungseinrichtungen. 1757 wurde die Petersburger Kunstakademie gegründet, und ein Jahr früher hatte das russische Theater seine Pforten geöffnet. Hier entstanden das erste Konservatorium und die Philharmonie.
Petersburg war immer Kern der revolutionären Ideen in Russland. Am 14. Dezember 1825 zogen die Dekabristen, adlige Revolutionäre, auf den Senatsplatz hinaus und protestierten gegen die Selbstherrschaft und Leibeigenschaft. Das Andenken an sie ist in vielen Strassen- und Platznamen der Stadt verewigt.
1905 fand die erste russische Revolution, im Oktober 1917 die sozialistische Revolution statt.
Während des 2. Weltkrieges überlebte die Stadt heldenhaft die 900 Tage dauernde Umlagerung. Bis zu 245 Geschosse gingen täglich auf die Stadt nieder. Eingeschlossen waren 2,5 Millionen Einwohner, darunter 400.000 Kinder, die nicht mehr evakuiert werden konnten. Besonders schwer war der Winter 1941 - 1942. Der Stadtverkehr war zum Erliegen gekommen, die Wasserleitung froren ein. 35 Tage, vom 20. November bis 25. Dezember, haben die Bürger die niedrigste Tagesbrotration von 125 Gramm erhalten. In der Blockadezeit starben rund eine Million Menschen. 470.000 Leningrader, die vor Hunger, Kälte und durch Geschosse umkamen, sind in den Massengräbern auf dem Piskarjow - Gedenkfriedhof beigesetzt.
St. Petersburg hat ein Meeresklima. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt + 4,3°C, die durchschnittliche Julitemperatur ist + 17,8°C und im Januar ca. -7,6°C.
Auf einer Fläche von 607 Quadratkilometern (mit Vorstädten 1.439 Quadratkilometer) wohnen über 5 Mill. Einwohner. Die Stadt liegt auf 42 Inseln am Newa Delta.
Drei Flughäfen, die durchschnittlich 200 Flüge pro Tag bedienen und 5 Bahnhöfe (Finnischer, Baltischer, Warschauer, Witebsker und Moskauer) ermöglichen den Gästen eine angenehme Anreise nach St. Petersburg.
Die Stadt wurde nach westeuropäischem Vorbild gebaut. Paläste, herrliche Architekturensembles, Denkmäler, über 3000 wunderschöne Brücken, Granitkais, Wasser, in dem sich der Nordhimmel widerspiegelt, sowie wunderbare weisse Nächte das alles verleiht der Stadt einen ganz besonderen Reiz. Nicht zufällig wurde St. Petersburg zum Ort der Kunstfestivals.
Die "Weissen Nächte" dauern hier ca. vom 11. Juni bis 02. Juli, das ist die schönste Jahreszeit in Petersburg. In diesem Zeitraum ist es nur 30 - 40 Minuten nachts dunkel. Weisse Nächte St. Petersburg ist eine kulturelle Schatzkammer. Die Ermitage verfügt über eine einzigartige Sammlung mit über einer Million Werke verschiedene Epochen, darunter viele Meisterwerke der Renaissance. Im Russischen Museum sind die Werke der russischen Meister ausgestellt (12. - 20. Jh.). Seit 1985 erlebt die Stadt eine neue Epoche. St. Petersburg erinnert sich immer deutlicher an seine Vergangenheit. Der Stadt wurde ihr historischer Name zurückgegeben und die Region wurde zur Freihandelszone erklärt. Heute erlebt St. Petersburg seine Wiedergeburt als Handels-, und Finanzzentrum Russlands.
Exkursionen
Stadtrundfahrt, Ermitage Stadtrundfahrt unter dem Thema "Petersburg von Dostojewski" mit der Besichtigung der Wohnung des Schriftstellers, Museum "Wohnung des Grossen Russischen Dichters A. S. Puschkin", Piskarjowskoje - Friedhof, Peter - Pauls - Festung mit der Besichtigung der Gruft der Zaren, Russisches Museum (Ikonen, Plastiken, Malerei vom 14 Jh. bis heute,)
Ausflüge ausserhalb der Stadt
Petrodworez (37 km) - Sommerresidenz der Zaren (18 Jh.,), Stadt Puschkin (Zarskoje Selo) (27 km) mit Besichtigung des Katharinenschlosses und des Lyzeums in Zarskoje Selo, das A. S. Puschkin besuchte, Schloss in Pawlowsk (35 km), Schloss- und Parkensemble (18 Jh.,), altes Ladoga (120 km), die älteste Stadt im Nordwesten Russlands.